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Wiesensteig - 861 erstmals urkundlich erwähnt - gab es schon lange Zeit
vorher, das beweisen Funde und Siedlungsspuren aus der Zeit der Alemannen und
Römer bis zurück zur Steinzeit. Prägend für Wiesensteig wird das 861 gegründete
Benediktiner-Kloster mit seinen vielen Ländereien, aus dem um 1130 das weltliche
Chorherrenstift hervorgeht und das bis 1803 besteht. Zur Zeit der Hochzeit
(1354) des Grafen Ulrich d.Ä. von Helfenstein mit der Herzogstochter Maria von
Bosnien, besitzt Wiesensteig bereits das Stadtrecht. Der Elefant, das Wappentier
der Helfensteiner, findet Aufnahme in das Stadtwappen. 1364 stiftet das Paar das
Spital zum Heiligen Geist, welches heute als Altenpflegeheim dient. Die ältesten
uns überlieferten Orts-herren waren die Herren von Wiesensteig, die allmählich
in die Abhängigkeit der Wiesensteiger Grafenlinie geriet. 1555 wurde Wiesensteig
Sitz dieses Geschlechts, nachdem Graf Ulrich XVII in den Jahren von 1551 bis
1555 ein Schloss mit vier Flügeln errichtet hatte. 1626 sterben die Grafen von
Helfenstein im Mannes-stamm aus. 1642 werden zwei Drittel der Reichsgrafschaft
Wiesensteig an Kurbayern veräußert, während ein Drittel durch Heirat an das Haus
Fürstenberg fällt. Im Jahr 1752 wird auch der fürstenbergische Anteil an Bayern
verkauft. Im letzten Jahr des Dreißigjährigen Krieges, 1648, brennen schwedische
Soldaten nahezu das ganze Städtchen nieder. Um 1800 erlebt die Stadt eine
Blütezeit in Handel und Handwerk, sie wird württembergisch und Oberamtsstadt.
Als Verkehrsknotenpunkt mit Postkutschenverbindung in alle vier
Himmelsrichtungen und durch den Bau der Tälesbahn 1903 hat Wiesensteig viele
Arbeitsplätze geboten. Die verbesserte Infrastruktur ermöglichte eine höhere
Lebensqualität.
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